Ausstellungen
HERMANN
Die diesjährige Ausstellung
zeigt über 40 Originale -
u.a. aus 'Sarajevo Tango', in Schwrarz/weiß, und Farbe.
Der Belgier HERMANN, einer der bedeutensten Comic-Künstler Europas, wurde berühmt durch seine Comic-Reihen und sein aufsehenerregendes, zeitkritisches Album 'Sarajevo Tango'. Seine Figuren sind immer lebensnah, seine Szenarien überzeugen durch atmosphärische Dicht. Man glaubt förmlich, alles riechen und schmecken zu können.
Hermann (bürgerlich: Hermann Huppen) wurde 1938 in Beverce in Belgien geboren. Er arbeitete als Möbeldesigner, Zeichner, Dekorateur und in einem Architekturbüro, bevor er 1963 erste Comic-Storys zeichnete. Inzwischen gehört er zu den bedeutendsten Comic-Künstlern Europas.
1966 begann Hermann zusammen mit dem renommierten Comic-Texter Greg (Michel Régnier) in "Tintin" die Serie "Andy Morgan", die Reise-Abenteuer eines ehemaligen Interpol-Agenten. Diese Serie brachte Hermanns internationale Anerkennung. Es folgten die Comic-Reihen "Jugurtha" (Text: Jean-Luc Vernal) und "Comanche" (Text: Greg). 1979 erschien der erste Band einer neuen Reihe "Jeremiah", bei der Hermann auch selbst textete. Mit "Nic", der Reihe zu Träumen eines kleinen Jungen, wandte sich Hermann erstmals auch an ein jüngeres Comic-Publikum. Ab 1985 kam die Reihe "Die Türme von Bos-Maury" auf Deutsch heraus.
Die enge freundschaftliche Beziehung zu seinem im ehemaligen Jugoslawien lebenden Agenten, den er mehrfach in Satajevo besuchte, ließ ihn den Bürgerkrieg hautnah erleben. Diese Erfahrungen setzte er in dem zeitkritischen und hoch politischen Album "Sarajevo Tango" um, mit dem er 1996 sehr viel Aufmerksamkeit erregte.
JOHN BOLTON
Twisted Nerve- die Werkschau des Briten John Bolton öffnet Pforten zu einer magisch-bizarren, außergewöhnlich schön colorierten Welt.Der Künstler wird am Fr. 12. 9. + Sa. 13. 9. zu einer Signierstunde anwesend sein.
John Bolton wurde 1951 geboren und lebt in Nord-London. Er studierte Illustrationen und Design am East Ham Technical College und begann in den späten 70ern mit dem Zeichnen von Comics. Zu seinen frühen Werken gehören Arbeiten für Marvel, etwa diverse "King Kull"-Geschichten (1981/82) und die Fantasy-Serien "Marada" (1982-84) und "Black Dragon" (1985), die "X-Men"-Texter Chris Claremont schrieb. Zusammen mit Texterin Ann Nocenti entstand 1988 die Graphic Novel "Someplace Strange" (dt. "Eine seltsame Reise"). Seine jüngsten großen Arbeiten sind das erste "Book of Magic" (1990, dt. "Das Buch der Magie") mit Star-Texter Neil Gaimann und die Adaption des Sam Raimi-Films "Army of Darkness" (1992/93), dem dritten Teil der "Evil Dead"-Trilogie. Außerdem erschienen verschiedene Kurzgeschichten in Anthologien wie z.B. "A-1", "Orbit", "Fly in My Eye" oder "Hellraiser".
Bolton ist ein begehrter Cover-Künstler, dessen Titelbilder Reihen wie "Vampire Lestat" oder "Aliens vs. Predator" veredeln. 1995 entstand in Zusammenarbeit mit Jamie Delano die dreiteilige Serie für DC "Batman-Manbat".
LILLIAN MOUSLI - Bilder über den Mond
Die Comic- Rebellin Lillian Mousli zeigt Originale aus den Comic- Büchern 'Teufel' und 'Liebe in Zeiten der Drachen'.
Die Sprache und Grafik ihrer Comics ist knapp, klar und einzigartig.
Die Künstlerin wird am Do. 11. 9. + So. 14. 9. zu einer Signierstunde anwesend sein.
Lillian Mousli ist eine Comic-Rebellin mit Herz und Verstand. Schon 1991 sorgte sie für politisch korrekten Aufruhr, als sie die Leserschaft der alternativen Tageszeitung TAZ mit ihrem "Grusel-Alphabet" verstörte. Zeigte die 1969 geborene Amerikanerin doch damals keine Scheu, im kindlich naiven Stil Grausamkeiten und Unglücksfälle aller Art ("Die kleine Annette schluckte die falsche Tablette"), ja selbst Kannibalismus ("Emil der Tropf, kochte im Topf") hemmungslos durch den Kakao zu ziehen. Die TAZ verlor damals so manchen treuen Abonnenten, doch für L.G.X., wie Mousli sich heute gerne nennen läßt, begann mit dieser dadaistischen Tat eine steile Karriere als junges Aushängeschild der Berliner Underground Szene. Ihre Sammlung von Cartoons ("Teufel"), und vor allem ihre erste Geschichte "Liebe in Zeiten der Drachen" wurden von Szenekritik und Feuilleton gleichermaßen gefeiert.
